Setzen wir uns also einmal mit dem Thema SEO bzw. Suchmaschinen-Optimierung und Webseiten-Optimierung auseinander.

Der Eine oder Andere mag sich jetzt fragen: "Was hat SEO/Suchmaschinen-Optimierung oder Webseiten-Optimierung mit Fotografie zu tun?". Das ist eine berechtigte Frage, die ich hier noch kurz erläutern möchte. Beruflich komme ich aus der Informatik, heisst, es steht mir vermutlich ein viel grösseres technisches Wissen und Verständnis zur Verfügung als manch anderem. Ich habe mich beim Aufbau dieser Webseite auf vielen Erfahrungen aus der Vergangenheit abstützen können, musste mich aber auch bei vielen Themen wieder einmal genauer einlesen und entsprechend damit auseinander setzen.

In der Fotografie kommt es oft vor, dass man sich geplant oder per Zufall über den Weg läuft. Erfahrungen, Tipps und Tricks und/oder Ideen werden ausgetaucht. Dieser Austausch ist allgemein gesagt sehr wichtig: Gemeinsam weiter kommen ist schöner als ein Egoistendasein zu fristen. Auch wenn diese Einstellung nicht alle Fotografinnen und Fotografen teilen oder ihren persönlichen Vorteil daraus ziehen, ist dieses "gemeinsam wachsen wir"-denken doch sehr stark verbreitet - eine schöne Sache! Und hier kommt dieser Blogeintrag ins Spiel: Auch wenn das Thema ganz weit an der Fotografie selbst vorbei geht, so hat doch jeder Fotograf früher oder später einmal eine Webseite - aber nicht jeder hat das technische Verständnis oder die Erfahrung/Flair, um seine Seite soweit wie möglich (technisch gesehen) optimal zu gestalten. Dieser Eintrag ist also von einem Techi für Fotografen, wobei natürlich auch jede andere Webseiten-Besucherin oder Webseiten-Besucher sich angesprochen fühlen und ihren Nutzen aus dem Eintrag ziehen darf!

Soweit mal zur Erklärung, nun mal aber ganz langsam zum Thema selbst.

Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Speicherkarten gehören wohl zu jenen Dingen, die man als Fotograf öfters nachkauft. Da ein grösseres Shooting anstand und ich mir nicht sicher war, ob die bisherige Karte mit 128GB reichen würde, wollte ich auf Nummer sicher gehen und bestellte mir eine SanDisk Extreme Pro mit 256GB.

Meine Kamera soll also jeweils ein Bild auf meine SanDisk Extreme Pro SDCX-Speicherkarte mit 64GB und SanDisk Extreme Pro CF-Speicherkarte mit 256GB speichern.

Die Speicherkarte kam am nächsten Tag an, wurde ausgepackt, in die Kamera gesteckt und siehe da: Sie wird korrekt erkannt! Soweit war also alles gut.

Da sowieso ein kleines Shooting anstand, gingen wir gleich mit diesem Setup los, machten die Bilder und die Kamera speicherte brav und wie erwartet alles auf beide Speicherkarten.

Zu Hause dann die Überraschung

Um zu prüfen das auch wirklich alles funktioniert und um die Daten nach dem Import ins Lightroom wieder von beiden Speicherkarten zu löschen, schloss ich die CF-Speicherkarte also an meinen CF-Kartenleser an. Doch Schreck: Die Speicherkarte lässt sich nicht normal öffnen.

Unter Windows wurde die Speicherkarte unpartitioniert angezeigt, obwohl die Speicherkarte partitioniert war. Aber scheinbar war das nicht das einzige Problem. Die Grösse des Speichers stimmte hinten und vorne nicht.

Da sich solche Probleme unter Windows schlecht oder nur mit zusätzlichen Tools analysieren lassen, startete ich mein System relativ zügig ins Linux - dort sind alle benötigten Tools bereits installiert bzw. von Haus aus drauf.

Der Kartenleser hatte immer gute Dienste geleistet: Sowohl alle meine SDCX-, als auch meine CF-Speicherkarten wurden bisher anstandslos erkannt und geladen.

Analyse des Problems

Das Linux-System stellt die Speicherkarte mit 137GB Speicherplatz dar. Sie lässt sich aber auch unter Linux nicht öffnen.

Schauen wir also zuerst einmal, was das System beim Kartenleser und der CF-Speicherkarte entdeckt hat. Hier sind alle Meldungen vom einstecken des Kartenlesers, einstecken der Speicherkarte, aushängen der Speicherkarte aus dem System, sowie entfernen des Kartenlesers:

[ 2262.253124] usb 5-3.4: new high-speed USB device number 7 using xhci_hcd
[ 2262.358300] usb 5-3.4: New USB device found, idVendor=11b0, idProduct=6148
[ 2262.358307] usb 5-3.4: New USB device strings: Mfr=3, Product=4, SerialNumber=5
[ 2262.358311] usb 5-3.4: Product: FCR-HS219/1 Mobile Reader
[ 2262.358315] usb 5-3.4: Manufacturer: Kingston
[ 2262.358318] usb 5-3.4: SerialNumber: 112002000456
[ 2262.360652] usb-storage 5-3.4:1.0: USB Mass Storage device detected
[ 2262.361240] scsi host2: usb-storage 5-3.4:1.0
[ 2263.386861] scsi 2:0:0:0: Direct-Access Kingston FCR-HS219/1 9745 PQ: 0 ANSI: 0
[ 2264.294014] scsi 2:0:0:1: Direct-Access Kingston FCR-HS219/1 9745 PQ: 0 ANSI: 0
[ 2264.295274] scsi 2:0:0:2: Direct-Access Kingston FCR-HS219/1 9745 PQ: 0 ANSI: 0
[ 2264.296488] scsi 2:0:0:3: Direct-Access Kingston FCR-HS219/1 9745 PQ: 0 ANSI: 0
[ 2264.297478] sd 2:0:0:0: Attached scsi generic sg4 type 0
[ 2264.298272] sd 2:0:0:1: Attached scsi generic sg5 type 0
[ 2264.298396] sd 2:0:0:0: [sde] 268435455 512-byte logical blocks: (137 GB/128 GiB)
[ 2264.299085] sd 2:0:0:2: Attached scsi generic sg6 type 0
[ 2264.299661] sd 2:0:0:0: [sde] Write Protect is off
[ 2264.299665] sd 2:0:0:0: [sde] Mode Sense: 03 00 00 00
[ 2264.299789] sd 2:0:0:3: Attached scsi generic sg7 type 0
[ 2264.301829] sd 2:0:0:0: [sde] No Caching mode page found
[ 2264.301844] sd 2:0:0:0: [sde] Assuming drive cache: write through
[ 2264.302268] sd 2:0:0:2: [sdg] Attached SCSI removable disk
[ 2264.302694] sd 2:0:0:1: [sdf] Attached SCSI removable disk
[ 2264.303149] sd 2:0:0:3: [sdh] Attached SCSI removable disk
[ 2264.310477] sde: sde1
[ 2264.310481] sde: p1 size 500105216 extends beyond EOD, enabling native capacity
[ 2264.317610] sde: sde1
[ 2264.317613] sde: p1 size 500105216 extends beyond EOD, truncated
[ 2264.322675] sd 2:0:0:0: [sde] Attached SCSI removable disk
[ 2302.093818] usb 5-3.4: USB disconnect, device number 7

Mein benutzter Kartenleser ist ein Kingston FCR-HS219/1. Er war für mich ein jahrelanger, zuverlässiger Begleiter. Wieso gab es also mit der neuen Speicherkarte Probleme? Da bisherige Karten nie Probleme gemacht hatten und die 128GB CF-Karte ebenfalls problemlos ausgelesen werden konnte, musste es also an der Karte liegen...

Ich prüfte also weiter und schaute mal, was fdisk, ein Tool um Speichermedien zu partitionieren, ausgibt:

~# fdisk -l /dev/sde
Festplatte /dev/sde: 128 GiB, 137438952960 Bytes, 268435455 Sektoren
Einheiten: Sektoren von 1 * 512 = 512 Bytes
Sektorgröße (logisch/physikalisch): 512 Bytes / 512 Bytes
E/A-Größe (minimal/optimal): 512 Bytes / 512 Bytes

Auch hier scheint ganz klar, dass die Speicherkarte 128GiB gross ist. Und wenn wir einfach mal alles mit 0-en füllen, was unter Linux problemlos möglich ist (Vorsicht! Dieser Prozess löscht alle Daten unwiderruflich!)?

~# dd if=/dev/zero of=/dev/sde bs=128M
dd: Fehler beim Schreiben von '/dev/sde': Auf dem Gerät ist kein Speicherplatz mehr verfügbar
1024+0 Datensätze ein
1023+0 Datensätze aus
137438952960 Bytes (137 GB, 128 GiB) kopiert, 3297.98 s, 41.7 MB/s

Interessant: Auch dd konnte nur 137GB bzw. 128GiB an Daten schreiben. Die relativ "langsame" Geschwindigkeit von 41.7MB/s rührt daher, dass der Kartenleser nur USB2.0 (max. 480 Mbit/s sind ~60MB/s) beherrscht.

Nach meinen verzweifelten Versuchen, selbst mehr über das Problem zu erfahren, habe ich mich mit der Suchmaschine meiner Wahl auf die Suche nach der Lösung des Problems gemacht. Das Problem war nämlich nicht konsistent:

  • Meine Kamera erkannte 256GB problemlos
  • Mein Kartenleser funktionierte problemlos mit anderen Speicherkarten
  • Meine neue Speicherkarte mit 256GB war die einzige, die Probleme verursachte

Es gab also zwei Möglichkeiten:

  1. Der Speicherkartenleser hatte ein Problem
  2. Die CF-Speicherkarte hatte ein Problem
  3. Eine Kombination aus 1. und 2.

Mit diesen Informationen gings also auf die Suche und siehe da: Die Lösung konnte bald gefunden werden! Ok, das war jetzt etwas zu optimistisch ausgedrückt - der Weg zur Lösung war etwas steiniger als hier beschrieben. Ich musste mich durch ziemlich viele Seiten lesen, bis ich schlussendlich bei Wikipedia mich durch den CompactFlash Artikel gekämpft hatte.

Auslöser und Lösung des Problems

Bei all meinen Tests und verzweifelten Versuchen die Karte zum laufen zu kriegen, habe ich völlig ausser Acht gelassen, dass ja auch der Speicherkartenleser einen Kontroller hat! Und da mein Speicherkartenleser ein etwas älteres Model ist, hat dieser natürlich auch einen älteren Kontroller - nämlich einer, der nur 28-Bit LBA adressieren kann. 28-Bit LBA Adressierung unterstützt nur bis und mit 128GiB bzw. 137GB. Also rund die Hälfte der Speicherkapazität meiner neuen Speicherkarte. Kann der Kontroller nicht genügend Adressen zur Verfügung stellen, kann auch nur ein Bruchteil des verfügbaren Speichers adressiert werden - die Betriebssysteme sehen also nur jenen Speicherteil, der erfolgreich adressiert werden konnte.

Es musste also ein neuer Kartenleser her!

Neue Kartenleser unterstützen CompactFlash 5.0 aus dem Jahr 2010. Diese beherrschen 48-Bit LBA Adressierung - das sind in der Theorie 128PiB bzw. 144PB an Speicherkapazität. Für die nächsten Jahre wohl mehr als genug!

Mit dieser gewonnenen Erkenntnis habe ich mir also einen neuen Kartenleser gekauft- natürlich nach einem neueren Stand der Technik und mit USB3.1. Es handelt sich hierbei um den Transcend RDF9 UHS-II-Kartenleser.

Kartenleser ausgepackt, angeschlossen und CF-Speicherkarte angeschlossen und siehe da: Alles funktioniert - sowohl unter Linux als auch unter Windows! Mein neuer, treuer Begleiter.

Netter Nebeneffekt durch den Wechsel des Speicherkartenlesers: Durch USB3.1 geschieht auch die Bildübertragung auf den Laptop viel schneller - egal ob es sich um eine SDCX- oder CF-Speicherkarte handelt.

Wer also sich eine neue Speicherkarte kauft und diese im System nicht korrekt erkannt wird, nicht verzeifeln! Wenn die Kamera alles korrekt erkennt, könnte das Problem beim Speicherkartenleser liegen!

Kommentar schreiben (0 Kommentare)