Und wie immer war da mal eine Idee... Nämlich eine neue, sauber aufgebaute und interessante Webseite zu haben.

Das klingt eigentlich ganz einfach, doch kann man sich verrennen und sich selbst in eine Sackgasse manövrieren. So wie es auch uns passiert ist. Warum? Es kann einfach so viel anders laufen als geplant!

Die Startschwierigkeiten

"Neu soll alles werden!" - soviel war klar. Aber wie genau?

Was haben wir so besprochen? Natürlich das Layout und welches CMS im Hintergrund sein soll. Ein wenig über den Inhalt philosophiert, wie z.B. es benötigt eine Bildgalerie oder das wir einen Blog haben möchten.
Was haben wir gefliessentlich ausgelassen? Natürlich alles andere... Das hat uns später ganz schön gebissen.

Beim heraussuchen des passenden CMS waren wir uns schnell einig, dass es nicht Wordpress, kein typo3 und auch kein Drupal werden soll. Wordpress wird zwar besonders bei Fotografen sehr gerne und oft als CMS eingesetzt, für unseren Einsatz-Zweck und aufgrund der bisher gemachten Erfahrungen war es aber nicht das CMS erster Wahl. typo3 war uns schlicht und ergreifend zu mühsam bei der Aktualisierung - zuviel und zu oft geht etwas kaputt und der Sprung auf den nächst höheren Major-Release ist immer ein langwieriger Prozess. Und zu guter letzt: Drupal. Hier waren die Sicherheitsaspekte der letzten Monate/Jahre miteingeflossen - zuviele Probleme mit grösseren Scherheitslücken.

Wir haben uns also für Joomla entschieden, ein CMS, das all unsere Bedürfnisse abdeckt, sehr viele und gute Erweiterungen anbietet und flexibel genug ist, um all unsere zukünftigen Wünsche zu erfüllen.

Die Suche nach einem passenden Layout das uns zusagt war leider eine Sackgasse. Entweder zuviel Schnick-Schnack und nur mit komplexen Erweiterungen betreibbar oder der Aufbau war eher schlecht als recht. Also lieber die Finger davon! Wir haben uns also an die Planung unseres eigenen Layouts gemacht. Skizzen des Aussehens waren schnell erstellt!

Auf Basis der Skizzen gings also ans Template schreiben. Doch welches Framework für das Responsive-Design? Es standen schnell einmal zwei zur Auswahl: "Zurb Foundation" oder "Bootstrap 4".

Um ehrlich zu sein war mein letzter Versuch mit Bootstrap 4 mehr schlecht als recht. Zurb Foundation bringt von Haus aus sehr viel mehr (mehr oder weniger) nützliche Spielereien mit, die keine Programmierkenntnisse (jQuery) voraussetzen. Bisher habe ich Joomla-Templates immer erfolgreich auf Basis von Zurb Foundation aufgebaut.

Mit Blick auf die nahe Zukunft habe ich mich aber für Bootstrap 4 entschieden. Der Grund hierfür ist relativ einfach: Die nächst höhere Joomla-Version wird von Haus aus mit Bootstrap 4 ausgeliefert. Es sollten also zukünftig keine mühsamen Anpassungen an Komponenten, Plugins oder dem Layout nötig sein, damit alles korrekt dargerstellt wird.

Für die derzeitige Seite mussten mit Bootstrap 4 diese Anpassungen halt vorgenommen werden. Ein kleiner Trost an der ganzen Sache: Sobald Joomla 4 released wurde und die Seite aktualisiert ist, wird das Template mit kleinen Anpassungen problemlos weiter funktionieren! Weiteren Aufwand also gespart.

Der Inhalt bestimmt das Aussehen

Das Grundaussehen war schnell erstellt und erster Inhalt konnte abgefüllt werden. Doch halt: Das hatten wir uns anders vorgestellt.

Während wir den Inhalt angefangen haben zu erstellen mussten wir feststellen, dass unser gewünschtes Layout doch nicht ganz dem entsprach, was wir uns vorgestellt hatten. Es gab also zwei Möglichkeiten:

  1. Den Inhalt dem Aussehen anpassen
  2. Das Aussehen dem Inhalt anpassen

Der einfache Weg wäre natürlich 1. gewesen, doch hätte es sicherlich später weitere Probleme gegeben. Also mussten wir den zweiten beschreiten und das Template entsprechend anpassen. Zum ersten Mal wurde über den Inhalt geredet und wie das Layout dazu passen soll, nicht umgekehrt.

Liebe Leute, wenn Ihr eine Webseite plant, so schaut zuerst, welchen Inhalt ihr haben möchtet und wie es auf die Webseiten-Besucher wirken soll. Alles andere endet wie bei uns: In etwas doppelter Arbeit.

Sleep, eat, repeat...

Die Seite wurde also immer weiter aufgebaut. Vieles haben wir doppelt, dreifach oder sogar mehr neu geschrieben, neu geplant oder komplett über den Haufen geworfen.

Dasselbe gilt auch fürs Layout: Einige Dinge sind rausgeflogen, neu hinzugekommen, oder beides. Es war ein langwieriger Prozess.

Schlussendlich war aber genau dieses repetitive das, was unsere neue Seite unseren Ideen und Vorstellungen nahe brachte. Es war gut, dass wir immer wieder versuchten Abstand zu nehmen, zu hinterfragen und neu zu erstellen.

Was würden wir das nächste Mal anders machen?

Zurückblickend lagen alle Ärgernisse in der fehlenden Planung:

  • Welchen Inhalt möchten wir aufbauen?
  • Welche Menu-Punkte brauchen wir?
    • Mit oder ohne Submenu?
  • Wie möchten wir die Webseiten-Besucher durch die Seite führen?
  • Benötigen wir Erweiterungen ausserhalb des Inhalts?

Wären diese Punkte geklärt gewesen, hätte das Layout anders geplant werden können und hätte wohl von Anfang an anders ausgehen.

Anders machen würden wir wohl:

  • Planung des Inhalts:
    • Seiten und Seitentitel
    • Aufbau der Seiten: Ein-, zwei-, oder dreispaltig
    • Raussuchen der benötigten Bilder
    • Raussuchen der benötigten Erweiterungen
    • Planung und Aufbau des Menus
  • Planung des Layouts:
    • Passend zum Inhalt kreieren
  • Praktische Arbeiten
    • Grundaufbau des Layouts
    • Inhalt abfüllen
    • Layout entsprechend dem Inhalt anpassen, korrigieren und ergänzen

Zusammengefasst

Wir hätten mehr den Inhalt und erst dann das Aussehen planen sollen. Ausserdem war ein grosser Fehler, dass wir unsere Stärken zu wenig ausgelotet haben.

So haben wir viele Texte schlussendlich zusammen umgeschrieben, die wir vorher je in mühsamer Einzelarbeit erstellt hatten. Auch beim Layout wurde zuerst technisch alles umgesetzt, dann besprochen und entsprechend dem verändert. Diese Dinge haben viel Zeit und auch Nerven in Anspruch genommen - es gab diverse mehr oder weniger heftige Diskussionen, wie es auf und mit der Seite weiter gehen soll.

Dazu kommt, dass dadurch viel Zeit verloren ging. Sind wir ehrlich: Die Seite ist weder komplex noch sonderlich gross. Trotzallem hat der Aufbau schlussendlich mehrere Wochen gedauert.

Auf technischer Seite sind etwa 128 Stunden investiert worden, auf inhaltlicher Ebene etwa 64 Stunden - es können aber auch mehr gewesen sein, wir haben die Zeit nie gestoppt.

Wobei der Vergleich zwischen Aufwand fürs technische und inhaltliche unfair ist, wurde auf technischer Ebene sehr viel Zeit in Optimierungen und Fehlerkorrekturen investiert. Ohne diese zusätzliche Zeitinvestition wäre die Seite schneller fertig gewesen.

Wir hoffen, dass die Seite Dir, lieber Besucher gefällt! Und würden uns natürlich über Rückmeldung sehr freuen.

Dein Team von: The Swissphotocouple - Sophie & Manuel